Wettanbieter ohne Wettsteuer: Welche Buchmacher die 5,3 % wirklich tragen
Stand: 17. Oktober 2026 · Lizenz- und Whitelist-Stand geprüft gegen die Übersicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Rechtslage der Sportwettensteuer
Die Sportwettensteuer trifft in Deutschland jeden Veranstalter, der Wetten anbietet – der Spielende schuldet sie nicht. Das Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG) legt in §§ 16-25 den Satz auf 5,3 % fest, berechnet auf den Einsatz nach Abzug der Steuer selbst; das sind rund 5,03 % des Betrags, den der Spielende einzahlt. Eingeführt wurde sie zum 1. Juli 2012. Bis 2023 beliefen sich die Steuereinnahmen aus Sportwetten nach Angaben des Statistischen Bundesamts auf rund 409 Millionen Euro – fünf Prozent weniger als im Vorjahr, aber 116,8 % über dem Wert von 2013.
Die Erlaubnis zum Anbieten von Sportwetten im Internet steht seit dem 1. Juli 2021 ausschließlich der GGL nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags 2021 zu. Wer eine deutsche Erlaubnis hat, steht auf der Whitelist nach § 9 Abs. 8. Stand 02.10.2026 führt diese 30 Einträge – 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten), drei weitere ausschließlich für Pferdewetten. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain; eine .de-Domain allein ist noch keine Erlaubnis. Die Erst-Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre; die Liste zeigt nur das Datum der Erteilung, kein Enddatum. Geprüft werden darf nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis steht – eine Konzession für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino erlaubt keine Sportwetten.

Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht – geklagt wird gegen Tipico auf Rückzahlung von mehr als 3.700 € Verlusten aus 2013 bis 2018. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, nicht erlaubte Veranstalter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten. Keine dieser Entscheidungen verspricht einem konkreten Spieler eine Erstattung.
Wer die Steuer trägt – und wer sie weitergibt
Der Satz von 5,3 % ist bundesweit gleich. Was die Anbieter damit machen, ist deren eigene Entscheidung, und genau diese Entscheidung prägt das, was am Wettschein steht. Vier Modelle sind auf dem Markt zu beobachten.
Trägt der Anbieter die Steuer vollständig, ändert sich für den Spielenden nichts: Einsatz und Gewinn bleiben unangetastet. Das ist die engste Lesart von „Wettanbieter ohne Steuer“. Winamax bewirbt das mit dem Slogan „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. ODDSET gehört in dieselbe Richtung und schreibt in seinen Werbeaussagen, weder Einsatz noch Gewinn würden mit einem Steuerabzug belegt.
Ein zweites Modell zieht die Steuer vom Gewinn ab: der Einsatz bleibt gleich, der ausgezahlte Betrag fällt kleiner aus. Die Wettregeln von Sportingbet nennen nach § 17 RennwLottG 5 % des Wetteinsatzes und behalten zusätzlich 5 % des Bruttogewinns ein. Auf den ersten Blick sind das 5 %, im Mechanismus verringert sich die Auszahlung im Gewinnfall.
Ein drittes Modell kürzt die angezeigte Quote – auf den ersten Blick die unsichtbarste Variante. Die AGB von Interwetten (Abschnitt G.8) tragen die Steuer selbst, „zum Ausgleich“ wird die Quote um 5,3 % abgeschlagen. Auszahlbar ist der Gewinn, der sich aus der gekürzten Quote ergibt. Der Einsatz bleibt unverändert. Bei Cash-Out-Gewinnen greift der Abschlag laut AGB nicht.
Ein viertes Modell weist die Steuer als eigene Position auf dem Wettschein aus. Bei Wettarena sind nach den spielrelevanten Informationen neben dem Einsatz die Steuer „5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags)“ gesondert ausgewiesen – der Betrag, den der Spielende zahlt, liegt also über dem Wetteinsatz. Bei Betway taucht die Wettsteuer im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigener Posten auf.
Die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ deckt nicht in jedem Fall das ganze Modell ab: ein Anbieter, der lediglich die Quote kürzt, kommt rechnerisch auf eine ähnliche Belastung wie einer, der den Gewinn schmälert. Beide holen das Geld aus dem Bruttogewinn, nicht aus dem Einsatz.
Spielerschutz: was die Werbung mit „0 %“ nicht aufhebt
Die Steuer hat mit Spielerschutz nichts zu tun. Das eine ändert das andere nicht. Wer auf einer Plattform mit deutscher Erlaubnis spielt, ist an die Regeln des Glücksspielstaatsvertrags 2021 gebunden – unabhängig davon, ob der Anbieter die Steuer trägt, abschlägt oder ausweist. Drei Mechanismen prägen das, was eine deutsche Erlaubnis konkret bedeutet.

Das Spielersperrsystem OASIS (§§ 8, 8a GlüStV) wird bei Registrierung und Login abgefragt; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die gesperrte Person selbst einen Zeitraum benennt, sonst mindestens ein Jahr. Die zentrale Limitdatei LUGAS setzt das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1: 1.000 € pro Kalendermonat, Spieler-übergreifend, anbieter-übergreifend. Eine Anbieter darf für einzelne Spielende nachprüfbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ein höheres Limit setzen – bis 30.000 € für höchstens ein Prozent der aktiven Spielenden –, eine Selbsterklärung reicht nicht. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3) löst eine 24-stündige Sperre aus. Dazu kommt: volle Identitätsprüfung, ein Konto pro Anbieter, parallel Spielen verboten.
Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen. Wer dort spielt, sitzt weder im Sperrsystem noch unter der Limitdatei. Wer dort einen höheren Einsatz setzen will, kann das tun – nicht, weil dort bessere Quoten winken, sondern weil diese Anbieter die deutsche Aufsicht schlicht nicht bindet. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt.
Wie ein Gewinn entsteht – ein Rechenbeispiel
Die Steuer rechnet sich am leichtesten an einem konkreten Wettschein. Das folgende Beispiel zeigt, was eine Wette zu Quote 2,00 mit einem Einsatz von 100 € bei den drei gängigen Modellen auszahlt – ohne Garantie, dass die eigene Wette gewinnt, sondern als Mechanik:
Wer die Steuer trägt und weder Einsatz noch Gewinn kürzt, zahlt 100 € ein und erhält im Gewinnfall 200 € zurück – Reingewinn 100 €. Der Wettschein zeigt den Einsatz als 100,00 € und die Auszahlung als 200,00 €.
Wer die Steuer vom Gewinn abzieht und den Einsatz unverändert lässt, zahlt ebenfalls 100 € ein, der Wettschein weist 200,00 € aus, ausgezahlt werden 200,00 € minus 5 % des Bruttogewinns – bei Interwetten entspricht das 5,3 % von 100 € = 5,30 €; ausgezahlt also rund 194,70 €. Ein zweites Modell, das 5 % des Gewinns einbehält, kommt auf 195,00 €.
Wer die Quote um 5,3 % kürzt, gibt im Wettschein die Quote 1,89 statt 2,00 an; bei 100 € Einsatz liegt die Auszahlung bei 189,00 €. Im Verlustfall unterscheiden sich die Modelle nicht: verloren ist verloren.
Auf den ersten Blick scheint das erste Modell das günstigste, weil es gar keinen Abzug vornimmt. Auf den zweiten Blick zeigt sich: die „0 %“-Werbung ist nur eine Variante unter mehreren. Ein Anbieter, der die Quote um 5 % kürzt, gibt die fehlenden 5 % in aller Regel nicht über höhere Quoten anderswo zurück – das Quotenniveau ist eine eigene Größe, die mit der Steuerpolitik nur lose zusammenhängt.
Einordnung der zehn Anbieter
Die folgende Tabelle führt die zehn Anbieter auf, deren Sportwetten-Domain auf der Whitelist der GGL (Stand 02.10.2026) eingetragen ist. Aufgeführt sind nur die Domain, der Inhaber und das Datum der Erlaubnis; weitere Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino sind nicht dargestellt.
| Marke | GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| 888sport | Whitelist (Sportwetten); 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| Betano | Whitelist (Sportwetten); Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| Tiptorro | Whitelist (Sportwetten); Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| LeoVegas | Whitelist (Sportwetten); LVSports Limited | 21.10.2024 |
| AdmiralBet | Whitelist (Sportwetten); Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bpremium | Whitelist (Sportwetten); Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| NEO.bet | Whitelist (Sportwetten); Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Whitelist (Sportwetten); Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Whitelist (Sportwetten); NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| bwin | Whitelist (Sportwetten); bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
Die genannten Folgerlaubnisse der Whitelist sind hier nicht eigens aufgeführt, lauten aber nach GGL-Liste für jeden Inhaber dokumentiert.
888sport – ohne Steuerabzug auf den ersten Blick
888sport gehört zur 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar. Die Aktie ist seit September 2005 an der Londoner Börse notiert. Die deutsche Sportwetten-Erlaubnis wird nach Whitelist-Stand 02.10.2026 von der 888 Germany Limited gehalten (Erst-Erlaubnis 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022). Auf der Anbieterseite bewirbt 888sport einen „0 %-Steueraufschlag“ auf Sportwetten – Einsatz und Gewinn sollen unverändert bleiben. Wer einen konkreten Wettschein prüft, sieht den Einsatz und die Auszahlung 1:1. Wer mit niedrigen Quoten unterwegs ist, sollte einen Blick in die AGB werfen, denn nicht jede Plattform lässt jede Mindestquote als Einzelwette zu.
Der Casino- und Poker-Arm von 888 ist vom hier betrachteten Sportbereich zu trennen: Es gelten dort andere Erlaubnisse, andere Regeln. Im Sportteil findet sich, was die Werbung verspricht – Modell „Anbieter trägt“.
Betano – Quotenniveau im Profil
Betano wird auf der Whitelist von der Betkick Sportsbetting Limited (San Giljan, Malta) geführt, Erst-Erlaubnis 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022. Die Plattform fällt im Quotenprofil mit eher moderaten Margen auf – das ist eine eigene Messgröße, die mit der Steuerpolitik nicht zwingend etwas zu tun hat. Wie Betano die Steuer behandelt, sollte am konkreten Wettschein vor Annahme der Wette abgelesen werden, weil die Werbeaussagen in diesem Punkt nicht immer eindeutig sind.
Wer die Erlaubnis-Daten prüft, findet die Erst-Erlaubnis von 2021 und die Folgeerlaubnis von Ende 2022. Beide sind gültig.
Tiptorro – neu aufgestellt, eigene App
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited (Malta) angeboten, die sich selbst als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter“ unter Aufsicht der GGL beschreibt. Die Whitelist führt Tiptorro mit Erst-Erlaubnis 30.06.2021 und Folgeerlaubnis 27.12.2022. Für die App selbst gilt: nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist steht, darf Sportwetten annehmen. mobile Anwendungen greifen auf den Kontostand der Whitelist-Domain zu, die Erlaubnis selbst ist an die Domain gebunden.
Im Steuer-Modell lässt sich aus dem Werbeauftritt ein „0 %“-Versprechen ablesen – der Wettschein sollte weiter der Lackmustest bleiben.
LeoVegas – jüngere Erlaubnis, mobile Stärke
LeoVegas tritt hierzulande als LeoVegas auf, betrieben von der LVSports Limited. Die Whitelist führt die Erst-Erlaubnis 21.10.2024 – das ist im Vergleich zu den meisten Mitbewerbern die jüngste Erlaubnis im Feld. Der Mutterkonzern LeoVegas AB ist vor allem für den Casino-Bereich bekannt; das ändert nichts an der selbständigen Erlaubnis für den deutschen Sportwetten-Bereich.
Wer das mobile Angebot schätzt, findet hier eine Oberfläche, die auf kleine Bildschirme zugeschnitten ist. Die Behandlung der Wettsteuer sollte am Wettschein geprüft werden, bevor eine Wette angenommen wird.
AdmiralBet – Erlaubnis aus dem ersten Erlaubnisschub
AdmiralBet gehört auf der Whitelist zur Greentube Betting Malta Limited. Die Erst-Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020 – AdmiralBet gehört damit zu den Anbietern, die schon im ersten Erlaubnisschub nach Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 eine Konzession erhalten haben. Folgeerlaubnisse sind am 13.12.2022 und 29.07.2024 ergänzt. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine eigene Erlaubnis seit 28.09.2022.
Der Sportwetten-Bereich ist eine eigene Welt mit eigener Erlaubnis; das Slots-Angebot gehört nicht in diese Betrachtung.
bpremium – Auszahlungsgebühren als Reibungspunkt
bpremium erscheint hier mit der Ladbrokes (Deutschland) Limited als Erlaubnisinhaberin, Erst-Erlaubnis 09.10.2020 und Folgeerlaubnis 21.12.2022. Wer bei bpremium auszahlt, sollte die Hinweise zu Auszahlungsgebühren kennen: laut Hilfeseite sind die Gebühren abhängig von der gewählten Zahlungsmethode, bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die üblichen Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat.
Die Steuerbehandlung muss am konkreten Wettschein abgelesen werden. Anbieter und Zahlungsdienstleister sind in dieser Frage getrennt zu betrachten – die Steuer ist Sache der Plattform, die Auszahlungsgebühr die der Bank oder des Zahlungsdienstes.
NEO.bet – Erst-Erlaubnis 2020
NEO.bet steht auf der Whitelist mit der Greenvest Betting Limited als Inhaberin, Erst-Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022. NEO.bet gehört damit zum ersten Erlaubnisschub.
Wer einen konkreten Wettschein prüft, sieht unmittelbar, ob Einsatz und Gewinn gekürzt sind oder nicht. Das ist der schnellste Weg, das jeweilige Modell zu verifizieren.
Sportingbet – Steuer direkt in den Wettregeln
Sportingbet ist einer der wenigen Anbieter, dessen Wettregeln die Steuerbehandlung konkret benennen: nach § 17 RennwLottG 5 % des Wetteinsatzes und bei gewonnenen Wetten 5 % Einbehalt vom Bruttogewinn. Das ergibt rechnerisch einen Effekt, der einer Gewinnkürzung nahekommt.
Die Plattform gehört nach Whitelist-Stand 02.10.2026 zur Sportingbet (Deutschland) Limited, Erst-Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022. Wer dort spielt, sollte vor Annahme einer Wette den Steuerausweis am Wettschein prüfen – die Wettregeln geben den Mechanismus wieder, das konkrete Beispiel liegt am Schein.
Sportwetten.de – Zahlungsmethoden im Blick
Sportwetten.de wird auf der Whitelist von der NetX Betting Limited geführt, Erst-Erlaubnis 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022. Die Plattform wirbt mit einer „fairen“ Behandlung der Steuer und rechnet sie weder auf den Einsatz noch auf den Gewinn – was am Wettschein gegenzuprüfen ist.
Bei den Zahlungsmethoden führt Sportwetten.de Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung (Trustly), Kreditkarte (Visa/Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash; Mindestbetrag 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash; Einzahlungen über Dritte sind laut Eigenangabe nicht gestattet. Welche Zahlungsmethoden im Einzelfall deutschen Kontoinhabern zur Verfügung stehen, hängt von der eigenen Bank ab.
bwin – etablierter Name, klassisches Modell
bwin gehört zur bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta. Die Whitelist führt die Erst-Erlaubnis 09.10.2020 und eine Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Der Markenname bwin steht seit Jahrzehnten für Sportwetten in Europa.
Welches der vier Modelle die Plattform konkret anwendet, sollte am Wettschein abgelesen werden. Das gilt für jeden Anbieter im Feld, weil die Werbung nicht immer exakt wiedergibt, was am Schein tatsächlich passiert.
Welche Plattform passt zu welcher Erwartung
Wer darauf achtet, dass weder Einsatz noch Gewinn gekürzt werden, ist bei den Anbietern richtig, die mit „0 % Wettsteuer“ werben und diese Linie auch am Wettschein halten – ODDSET und Winamax sind die plakativsten Beispiele, 888sport ebenfalls. Wer ein bestimmtes Zahlungsmittel braucht, schaut bei Sportwetten.de in die Liste: PayPal, Trustly, Skrill sind dort.
Wer die Quote am Wettschein nicht erst im Nachhinein verstehen will, sondern vor Annahme der Wette sehen möchte, ist bei jedem Anbieter gut beraten, der die Steuer als eigenen Posten ausweist – Wettarena macht das, Betway ebenfalls. Wer ein Casino-Angebot daneben schätzt, hat es bei Marken wie AdmiralBet, LeoVegas oder bwin leichter, weil dort eine eigene Casino-Lizenz vorliegt; das bedeutet aber nicht, dass die Sportwetten-Erlaubnis dadurch schwächer wird – die Erlaubnisse sind fachlich getrennt.
Wem die Auszahlungsgebühr wichtig ist, der findet bei bpremium den Hinweis, dass bei SEPA-Banküberweisungen die Bankgebühren anfallen. Wer ohnehin per Banküberweisung auszahlt, plant das ein.
Was offshore-Anbieter nicht leisten
Ein Anbieter mit Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta ohne deutsche Whitelist-Erlaubnis darf in Deutschland keine Sportwetten vermitteln. § 4 Abs. 1 GlüStV stellt das Anbieten ohne Erlaubnis unter Strafe – bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe für den Veranstalter (§ 284 StGB), bis zu einem Jahr für Werbung, bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe für die Teilnehmenden (§ 285 StGB).
Zugleich sind offshore-Plattformen nicht an OASIS und LUGAS angeschlossen. Der Spielende ist im Sperrsystem nicht erfasst und unterliegt keinem 1.000-€-Monatslimit. Wer dort spielt, hat im Streitfall kein deutsches Beschwerdeverfahren und keinen Zugriff auf die deutschen Schutzmechanismen. Die GGL selbst warnt explizit vor diesem Angebotstyp.
Die Sportwettensteuer greift auch bei unlizenzierten Anbietern, weil sie an das Angebot, nicht an die Lizenz geknüpft ist. Ein Anbieter, der „ohne Steuer“ wirbt, aber keine deutsche Erlaubnis hat, mag weniger vom Einsatz abziehen, unterliegt aber denselben strafrechtlichen Konsequenzen wie ein anderer, der 5,3 % ausweist.
Häufige Fragen zur Sportwettensteuer
Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und auf welche Bezugsgröße wird sie berechnet?
Die Steuer beträgt 5,3 %, berechnet auf den Einsatz nach Abzug der Steuer selbst – das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Rechtsgrundlage sind §§ 16-25 RennwLottG. Eingeführt wurde sie zum 1. Juli 2012.
Wer schuldet die Sportwettensteuer, der Anbieter oder die Spielenden?
Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette (§ 19 RennwLottG), nicht der Spielende. Wie der Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung – das kann ein vollständiges Tragen, ein Abschlag von der Quote, ein Einbehalt vom Gewinn oder eine gesonderte Position auf dem Wettschein sein.
Was bedeutet Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?
„0 % Wettsteuer“ heißt, dass der Anbieter auf den Einsatz keinen Steuerzuschlag erhebt und im Gewinnfall keine Kürzung vornimmt. Die ausgewiesene Quote ist zugleich die Auszahlungsquote – eine versteckte Kürzung findet nicht statt. Welche Zahlungsmethoden im Einzelfall zur Verfügung stehen, prüft der Spielende am eigenen Konto.
Wie wird ein Gewinn berechnet, wenn der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt?
Bei einem Einsatz von 100 € zu ausgewiesener Quote 2,00 wird die angezeigte Quote um 5,3 % auf 1,89 gekürzt; die Auszahlung liegt bei 189,00 €. Im Verlustfall unterscheidet sich das Modell nicht von anderen – verloren ist verloren. Welcher Anbieter dieses Modell konkret anwendet, zeigt der Wettschein.
Warum bieten Seiten ohne deutsche Erlaubnis Wetten ohne Steuer an, und was fehlt dort?
Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zahlen die Steuer nicht an die deutsche Finanzverwaltung und entscheiden eigenständig, was sie vom Einsatz abziehen. Sie sind nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen, kennen keine 1.000-€-Monatsgrenze und kein deutsches Beschwerdeverfahren. Die GGL hat im September 2026 vor solchen Angeboten gewarnt.
Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?
Seit dem 1. Juli 2012. Bis 2023 beliefen sich die Steuereinnahmen aus Sportwetten nach Angaben des Statistischen Bundesamts auf rund 409 Millionen Euro.
Lizenz – fussballwetteninfo.com
Inhalt erstellt vom Team «fussballwetteninfo.com»
