Heinz-Wetten bei deutschen Wettanbietern: Wer die 57 Kombis anbietet, wer Lizenz und Quoten mitliefert

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only

Eine Heinz-Wette bündelt alle Mehrfachwetten ab dem Doppel über sechs Auswahlen in einen Schein — 15 Zweier, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser, insgesamt 57 einzelne Linien, benannt nach dem Spruch „57 varieties“. Wer sechs Spiele zusammenstellt und auf jedem etwas setzt, schiebt also nicht eine Wette, sondern 57 einzelne Wetten über den Tresen. Der Einsatz pro Linie ist klein, das Produkt daraus ist es nicht: Schon 1 € pro Linie macht 57 € Gesamteinsatz, und wenn die Steuern und die Buchmachermarge mit rechnen, schmilzt ein „Treffer“ auf dem Papier schneller zusammen, als die Quote ahnen lässt. Heinz-Wetten sind ein komplexes Produkt, und die Bedingungen der lizenzierten deutschen Anbieter entscheiden darüber, wie viel vom Gewinn am Ende tatsächlich auf dem Konto landet.

Sechs Fußbälle in einem Kreis auf einem gepflegten Rasen, von oben aufgenommen, gleichmäßiges Tageslicht.
Der „Heinz“ deckt alle Kombinationen aus sechs Auswahlen ab dem Doppel ab; der Name stammt von den 57 Mehrfachwetten: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser.

Stand der Daten: 17. Oktober 2026. Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter.

Was eine Heinz-Wette ausmacht und wo der Name herkommt

Eine Heinz-Wette ist eine Form der Systemwette. Sie bündelt sechs Einzelauswahlen — sechs Fußballspiele, sechs Tennispartien, sechs beliebige Märkte — und bildet daraus automatisch jede mögliche Mehrfachwette ab dem Doppel. Wer sechs Auswahlen trifft, kann daraus 57 verschiedene Kombinationen bauen, ohne selbst zu rechnen: Der Wettschein erledigt das. Wer nur eine Kombiwette setzt, kombiniert sechs Spiele zu einer einzigen Sechser-Wette — und liegt falsch, sobald nur eines nicht trifft. Beim Heinz liegt selbst dann etwas auf dem Tisch, wenn fünf Spiele gewinnen und das sechste verliert: Der Fünfer aus diesen fünf Auswahlen zählt, und dazu jeder mögliche Vierer, Dreier und Doppel darunter. Erst wenn drei oder mehr Auswahlen danebengehen, wird die Auszahlung spürbar dünn oder fällt ganz aus.

Der Name kommt vom amerikanischen Sprüche-Hersteller Heinz, dessen Werbeslogan in den 1890er-Jahren „57 varieties“ lautete. Der Wettbegriff übernahm das Bild, weil die Wette eben 57 verschiedene Mehrfachwetten enthält, jede einzelne für sich ein kleiner Treffer, alle zusammen ein Bündel. Wer die Mechanik einmal verstanden hat, erkennt am Format sofort, dass jede Auswahl Teil eines größeren Pakets ist und nicht isoliert steht.

Ein Taschenrechner und ein Notizblock mit handgeschriebenen Zahlenreihen auf einem Holztisch, daneben ein Bleistift.
Interwetten trägt laut AGB (Stand 07.07.2021) die Sportwettensteuer und nimmt bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vor.

Der engste Verwandte ist der Super Heinz: Sieben Auswahlen statt sechs, dadurch 120 Linien statt 57. Wer von sechs auf sieben Auswahlen geht, verdoppelt den Linienumfang nicht — er multipliziert ihn, denn jede neue Auswahl kombiniert sich mit jeder vorhandenen. Wer noch eine Stufe weiter will, landet beim Goliath: acht Auswahlen, 247 Linien, durchgerechnet schon bei kleinen Einsätzen ein Betrag, der das Monatsbudget eines Freizeitspielers sprengt. Diese drei Wetten — Heinz, Super Heinz, Goliath — gehören zur Familie der „Full-Cover-Wetten“, und sie funktionieren nach demselben Prinzip: Je mehr Auswahlen, desto vollständiger die Absicherung gegen einzelne Ausfälle, desto höher aber auch der Einsatz, den der Schein verlangt.

Wie der Gesamteinsatz eines Heinz entsteht

Der Einsatz wird pro Linie gesetzt. Bei 1 € pro Linie zahlt der Spieler für einen Heinz 57 €. Bei 50 Cent 28,50 €. Wer mit 5 € pro Linie spielt, schiebt 285 € über den Tisch — und das, bevor ein einziges Spiel angepfiffen ist. Der Einsatz pro Linie ist die einzige Stellschraube, die der Spieler selbst in der Hand hat. Welche Auswahlen zusammenkommen, ergibt sich aus dem, was er tippt; wie viele Linien daraus werden, ergibt sich aus der Mathematik der Kombinatorik.

Ein Fußballtor mit Netz im Morgennebel auf einem leeren Platz, die Linien nur schwach zu erkennen.
Auf der Whitelist der GGL ist für LeoVegas die LVSports Limited als Betreiberin geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024.

Der Wettrechner — den jeder seriöse Anbieter im Wettschein eingebaut hat — multipliziert die Quote jeder Auswahl miteinander und zeigt das Ergebnis pro Linie an. Eine Linie mit drei Auswahlen zu 2,10, 1,80 und 3,50 ergibt die Multiplikation 2,10 × 1,80 × 3,50 = 13,23. Setzt der Spieler auf jeder Linie 1 €, gewinnt diese Dreier-Kombi 13,23 € pro eingelegtem Euro. Setzt er auf der Heinz-Linie 1 € pro Auswahl und alle sechs Spiele treffen, gewinnen 57 Linien gleichzeitig — und damit auch die hohe Sechser-Wette, deren Quote alle sechs Quoten multipliziert enthält.

Der Wettrechner zeigt auch die Brutto-Auszahlung, also den Betrag vor Abzug der Wettsteuer. Den Rest erledigt das System auf dem Konto; was am Ende ankommt, ist die Nettosumme.

Wie viele Treffer es braucht, damit etwas liegen bleibt

Eine Linie gewinnt, sobald alle Auswahlen, die auf ihr liegen, getroffen haben. Wer sechs Auswahlen trifft, gewinnt alle 57 Linien — Sechser, Fünfer, Vierer, Dreier und Doppel. Wer fünf Auswahlen trifft, gewinnt nur noch die Kombinationen, die ausschließlich aus diesen fünf getroffenen Auswahlen bestehen: 1 Fünfer, 5 Vierer, 10 Dreier, 10 Doppel — 26 Linien. Wer vier Auswahlen trifft, gewinnt 1 Vierer, 6 Dreier, 4 Doppel — 11 Linien. Bei drei Treffern bleiben 1 Dreier und 3 Doppel — 4 Linien. Bei zwei Treffern liegt noch 1 Doppel auf dem Tisch, der gerade dann einen Teil des Einsatzes zurückholt, wenn beide Quoten hoch waren. Wer nur eine oder gar keine Auswahl trifft, gewinnt nichts; der Einsatz auf den 56 anderen Linien verfällt.

Die Frage „Wie viele Treffer braucht der Heinz, damit etwas zurückkommt?“ hat also keine pauschale Antwort. Wer zwei Auswahlen trifft und beide Quoten über 6,00 liegen, kommt mit dem einen gewonnenen Doppel über die Null. Wer nur Treffer mit Quote 1,20 verbucht, hat mit demselben Doppel noch nichts gewonnen. Der Heinz sichert nicht die einzelne Auswahl, sondern das Bündel: Je mehr Auswahlen eingehen, desto mehr Linien tragen zum Gewinn bei, und mit der Sechser-Wette kommt am Ende noch ein dicker Brocken oben drauf.

Ein Rechenbeispiel aus dem Trockenen

Nehmen wir an, ein Spieler wählt drei Begegnungen aus, um das Prinzip zu sehen: Quote 1,50, Quote 2,00, Quote 2,50. Der Einsatz pro Linie liegt bei 1 €. Die einzelne Dreier-Wette zahlt 1,50 × 2,00 × 2,50 = 7,50 € pro eingesetztem Euro. Das ist die Brutto-Auszahlung — bevor die Wettsteuer zugreift und bevor die Buchmachermarge ihren Teil eingepreist hat.

Wer statt drei Auswahlen sechs nimmt — und das ist die Pointe des Heinz — hat nicht eine Linie mit 7,50er-Quote, sondern 57 Linien mit unterschiedlichsten Quoten. Die Sechser-Wette, falls alle sechs treffen, hat die höchste Quote im Bündel; die Doppel die niedrigsten. Dazwischen liegen Vierer und Fünfer. Wer sechs Auswahlen zu ähnlichen Quoten wie im Beispiel zusammenstellt (1,50 / 2,00 / 2,50 für die ersten drei und entsprechend für die weiteren), kann sich die Bandbreite der Auszahlung grob vorstellen: Sie reicht von „ein paar Euro zurück“ bei nur einem oder zwei Treffern bis zu einem mittleren vierstelligen Betrag beim Volltreffer — abhängig vom Quotenbild der Auswahlen.

Diese Rechnung zeigt nicht, was ein bestimmtes Spiel bringt. Sie zeigt nur, was eine Linie dieses Quotenprofils im Schnitt brächte, wenn die Kombination selbst nicht von der Buchmachermarge geschluckt würde. In der Realität kassiert der Anbieter an jeder einzelnen Linie seinen Anteil, und jede zusätzliche Linie eines Heinz verlangt einen weiteren Einsatz, der selbst dann weg ist, wenn nur eine Auswahl verfehlt wird.

Wo der Heinz rechtlich steht und welche Lizenz der Anbieter braucht

Eine Wettform ist im deutschen Recht nicht „erlaubt“ oder „verboten“. Verboten oder erlaubt ist der Anbieter. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 regelt seit dem 1. Juli 2021, wer in Deutschland Sportwetten im Internet veranstalten oder vermitteln darf: nur wer eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat. Die Erlaubnis wird für eine bestimmte Domain erteilt — also für Leovegas.de, Interwetten.de, Sportwetten.de und so weiter — und gilt nicht für andere Domains, die der gleiche Halter betreibt.

Dass eine Heinz-Wette angeboten wird, ist für sich genommen keine Frage der Lizenz. Die Lizenzfrage betrifft die Sportwette als solche, also jede Wette auf ein Sportereignis, gleich ob Einzelwette, Kombiwette oder Systemwette. Die Lizenz steht im Wettangebot des Anbieters; sie steht nicht in der Wettform. Wer bei einem lizenzierten Anbieter spielt, nimmt an einer legalen Wette teil — auch wenn er aus 57 Linien eine macht.

Die Whitelist als einziger seriöser Test

Die GGL führt eine öffentliche Liste der erlaubten Anbieter, die sogenannte Whitelist (§ 9 Abs. 8 GlüStV). Nur wer dort steht, darf legal Sportwetten in Deutschland anbieten. Eine Malta-Lizenz, eine Curaçao-Lizenz oder eine Anjouan-Lizenz hat in Deutschland keine Erlaubniswirkung; ein Anbieter mit Sitz in Malta, der nicht auf der Whitelist steht, ist in Deutschland schlicht unerlaubt.

Die Whitelist vom 02.10.2026 listet 30 Einträge, davon 27 Halter mit einer Sportwettenerlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten) und drei weitere ausschließlich für Pferdewetten. Jeder Eintrag nennt den Halter, die Domain und das Datum der Erlaubnis. Ein End-Datum führt die Liste nicht — sie zeigt nur den Beginn der Erlaubnis, die nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre läuft, dann verlängert werden kann.

Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten. Am 17. September 2026 hat sie in einer Pressemitteilung Plattformen wie Platincasino als unerlaubt bezeichnet und vor der Teilnahme gewarnt. Wer bei einem Anbieter spielt, der nicht auf der Whitelist steht, hat im Streitfall keinen deutschen Ansprechpartner und keine deutsche Aufsicht.

Was ein Heinz im Streitfall wert ist

Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die europarechtliche Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Im konkreten Fall fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, dass unerlaubte Anbieter verlorene Einsätze zurückzahlen müssen — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht übergangsweise nicht durchzusetzen. Das Urteil selbst steht noch aus.

Was das für Heinz-Spieler konkret heißt: Wer bei einem Whitelist-Anbieter spielt, hat einen klaren Rechtsrahmen. Wer bei einem Anbieter ohne Whitelist-Eintrag spielt, hat im Gewinnfall keine deutsche Sicherheit — und verliert im Verlustfall die Chance auf eine gerichtliche Rückzahlung allenfalls teilweise, wenn überhaupt.

Verantwortungsvolles Spielen bei Systemwetten mit hoher Linienzahl

Eine Heinz-Wette verlangt mehr Einsatz pro Schein als eine Einzelwette oder eine kleine Kombiwette. Bei 50 Cent pro Linie sind es 28,50 € auf einen Schlag; bei 2 € sind es 114 €. Wer mit höheren Einsätzen spielt, erreicht schnell Beträge, die das Monatslimit der LUGAS Limitdatei berühren — die Datei, die jeden Monat alle Einzahlungen eines Spielers über alle Whitelist-Anbieter hinweg zusammenzählt. Das Standardlimit liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat; ein Anbieter kann für einzelne Spieler mit nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit bis zu 10.000 € freigeben, in Ausnahmefällen bis zu 30.000 € — aber nur, wenn der Anbieter das überhaupt anbietet und der Spieler den Nachweis erbringt.

Neben LUGAS steht OASIS, das Spielersperrsystem. Jeder Whitelist-Anbieter prüft bei Registrierung und Login, ob der Spieler gesperrt ist. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist setzt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton, den jeder Anbieter anbieten muss, sperrt das Konto für 24 Stunden sofort.

Was das mit einem Heinz zu tun hat

Wer einen Heinz mit hohem Einsatz spielt, sollte wissen, dass das Geld, das in einer einzigen Wette liegt, an einem einzigen Wochenende weg sein kann — auch wenn 30 oder 40 Linien gewinnen. Das Verlustrisiko ist bei jeder Systemwette größer als bei einer flachen Kombiwette, weil nicht eine Quote, sondern 57 Quoten kippen müssen. Wer mit kleineren Einsätzen pro Linie arbeitet, drückt das Risiko, aber auch die Auszahlung. Wer die Auswahl der Spiele auf solche beschränkt, die er unabhängig vom Wettschein tippen würde, schützt sich vor der Versuchung, nur wegen eines fehlenden Sechser-Bruchstücks noch ein Zusatzspiel in den Schein zu zwingen.

Die gesetzlichen Spielerschutzregeln greifen unabhängig von der Wettform: Volljährigkeit, ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung, Zahlungen nur vom eigenen Konto bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut, Auszahlung des Restguthabens binnen fünf Werktagen nach Kontoschließung. Diese Regeln gelten am Heinz genauso wie an der Einzelwette.

Wo die Risiken über das Rechtliche hinausgehen

Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, fällt nicht unter OASIS und nicht unter LUGAS. Es gibt keinen Sperrantrag, der bei allen Anbietern wirkt; es gibt kein Einzahlungslimit, das übergreifend greift. Offshore-Anbieter werben oft mit höheren Limits, schnellerer Auszahlung, Bitcoin und Krypto-Zahlung — alles, was in Deutschland die Geldwäscheregeln unterläuft. Wer die Whitelist-Prüfung scheut, weil ein Anbieter dort nicht steht, sollte sich die Frage gefallen lassen, warum er dort nicht steht.

Die GGL hat in der Pressemitteilung vom 17. September 2026 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Plattformen wie Platincasino in Deutschland unerlaubt sind. Diese Warnung steht am Ende eines Jahres, in dem die Behörde mehrere solcher Plattformen vom Netz nehmen ließ.

Wettmärkte und Quoten: Welche Auswahlen in einen Heinz passen

Ein Heinz lebt davon, dass die Auswahlen tatsächlich unabhängig voneinander sind. Sechs Spiele aus dem gleichen Wettbewerb, sechs Spiele zur gleichen Zeit, sechs Spiele, die sich gegenseitig beeinflussen (Hinspiel und Rückspiel im Europapokal, Hin- und Rückspiel im Pokal unterhalb der Bundesliga), sind keine Heinz-tauglichen Kandidaten. Wenn die Auswahlen korrelieren — Spiel A und Spiel B stammen aus dem gleichen Spieltag mit Risiko einer Spielverschiebung, beide Spiele stehen unter Wettereinfluss, beide Teams spielen auch im Europapokal —, wirkt ein Ausfall doppelt.

Welche Märkte sich bündeln lassen

Die typische Heinz-Auswahl kombiniert Märkte aus unterschiedlichen Begegnungen: Heimsieg in Spiel 1, Doppelte Chance in Spiel 2, Über 2,5 Tore in Spiel 3, Handicap in Spiel 4, Beide treffen: Ja in Spiel 5, Halbzeit/Endstand in Spiel 6. Jede dieser Auswahlen kommt aus einer anderen Partie, hat ein eigenes Risikoprofil und steht nicht in Wechselwirkung mit den anderen Märkten. Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey und Handball bieten solche isolierten Märkte; auch Mischwetten über mehrere Sportarten sind in der Regel erlaubt, solange der Anbieter sie im Wettschein zulässt.

Was nicht in einen Heinz gehört: Langzeitwetten auf Turniersieger, weil sie nicht in einer einzigen Sitzung ausgewertet werden und mit anderen Wetten dieses Wettscheins nicht vergleichbar abrechnen; Wetten auf Spielerstatistiken innerhalb desselben Spiels (Torschützen, Karten), wenn der Anbieter sie nicht in Systeme einbettet; und Wetten auf Ereignisse in laufenden Spielen, die wegen der Live-Regeln der GGL ohnehin eingeschränkt sind — nächstes Tor beim Fußball geht, nächster Punkt beim Tennis nicht.

Was die Quoten über die Auswahl verraten

Eine Quote spiegelt die Wahrscheinlichkeit, die der Markt dem Ereignis gibt. Eine Quote von 1,20 sagt: Der Anbieter hält das Ereignis für sehr wahrscheinlich, hält aber selbst einen Anteil zurück. Eine Quote von 6,00 sagt: Der Anbieter hält das Ereignis für unwahrscheinlich, lässt aber einen Teil des Preises als Belohnung für das Risiko stehen. Ein Heinz mit sechs Auswahlen zu Quote 1,20 ist ein Scherz: Selbst wenn alle sechs treffen, ist die Sechser-Wette 1,20⁶ = 2,99 — Brutto, vor Steuer und Marge. Wer den Nervenkitzel des Heinz will, muss auf Auswahlen setzen, deren Multiplikation am Ende etwas ergibt, das den hohen Linieneinsatz rechtfertigt.

Die Quotenschlüssel der Märkte variieren. Fußball-1X2 hat typischerweise einen niedrigen Schlüssel — die Buchmachermarge liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Spezialmärkte wie „Beide treffen“ oder asiatische Handicaps liegen oft höher. Wer Märkte mit hohem Schlüssel in einen Heinz packt, verschenkt über die vielen Linien mehr Marge an den Anbieter als nötig.

Wenn der Wettrechner nicht das zeigt, was am Ende ankommt

Der Wettrechner im Wettschein zeigt eine Brutto-Auszahlung. Das ist der Betrag, den der Anbieter auszahlt, wenn die Linie gewinnt — abzüglich des Einsatzes auf den nicht gewonnenen Linien. Die Wettsteuer von 5,3 % wird anschließend auf den Bruttogewinn erhoben (beim Anbieter mitgeteilt wie er sie handhabt) und schmälert die Auszahlung. Die Marge des Anbieters steckt bereits in den Quoten; sie wird nicht noch einmal abgezogen.

Wer mit einem Brutto-Rekord von 4.000 € auf einem Schein rechnet, sollte den Blick auf zwei Stellen richten: die Wettsteuerquote des Anbieters, die in seinen Bedingungen steht, und die Regel, ob der Einsatz auf nicht gewonnenen Linien ebenfalls zurückkommt. Bei einem klassischen Heinz sind 56 Linien verloren, wenn nur eine Auswahl danebengeht — und der Einsatz auf diesen 56 Linien ist weg.

Wettmärkte und Heinz-Tauglichkeit: Welche Spiele in den Schein passen

Bevor die Auswahl steht, muss klar sein, dass die Spiele auch tatsächlich stattfinden. Wird ein Spiel abgesagt, verschoben oder annulliert, behandelt jeder Anbieter das anders: Manche setzen die Quote auf 1,00, andere stornieren die ganze Linie. Wer sechs Auswahlen aus einem Wochenende tippt, hat ein realistisches Risiko, dass ein Spiel ausfällt — Grippewelle, Wetter, Polizeieinsatz.

Auswahl aus dem Fußball-Wettprogramm

Fußball hat das dichteste Wettprogramm. Eine typische Heinz-Auswahl aus dem Wochenendprogramm zieht aus Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga (wenn der Anbieter sie anbietet — die GGL-Praxis sieht Fußball unterhalb der 3. Liga als überwiegend Amateur, was die Frage aufwirft, ob der Anbieter überhaupt dorthin vermitteln darf), Premier League, La Liga, Serie A, Ligue 1. Wer die Auswahl über Ligen streut, hat die Chance, dass die Wahrscheinlichkeiten tatsächlich unabhängig sind.

Die GGL schreibt vor, dass Live-Wetten während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis oder auf klar abgegrenzte Komponenten möglich sind („nächstes Tor“, „nächstes Set“). Live-Wetten auf „nächsten Punkt“ im Tennis oder „nächsten Korb“ im Basketball sind auf dem deutschen Markt nicht zulässig. Wer einen Heinz vor Spielbeginn spielt, hat diese Einschränkung nicht; wer Live-Spiele einbauen will, sollte die Live-Regeln prüfen.

Auswahl über mehrere Sportarten

Mischwetten über Fußball, Tennis, Basketball und Eishockey sind bei allen Anbietern im Heinz-Format möglich, sofern der Anbieter die Sportarten und die Märkte überhaupt im Programm hat. Das erhöht die Unabhängigkeit, weil ein Ausfall in einem Spiel den Schein nicht symmetrisch trifft. Eine Verletzungspause im Tennis schiebt nur das eine Spiel, nicht die anderen.

Was nicht in einen Heinz gehört: Wetten auf Sportereignisse unterhalb der 3. Liga im Fußball, weil die GGL sie als überwiegend Amateursport einordnet und Anbieter sie oft nicht im Whitelist-konformen Programm haben. Wetten auf Esports: Die GGL führt esports nicht als Sport und lässt keine Wetten darauf zu — auf keinem Whitelist-Anbieter in Deutschland. Virtuelle Sportwetten sind in der Schwebe; ob der jeweilige Anbieter sie anbietet, steht in seinen Bedingungen.

Wenn der Anbieter den Heinz nicht im Programm hat

Nicht jeder Anbieter zeigt einen „Heinz“ als festen Wettschein-Typ. Manche zeigen nur „System 2 aus 6“ oder „System 3 aus 6“, die mathematisch identisch sind. Wer bei einem Anbieter spielt, der nur Kombiwetten anbietet, hat keinen Heinz zur Verfügung. Vor der ersten Wette lohnt sich der Blick in den Wettschein: Welche Systeme sind auswählbar, wie viele Linien werden gezeigt, ist der Gesamteinsatz transparent?

Was die Sportwettensteuer bei einem Heinz anrichtet

Die Wettsteuer (§§ 16–25 Rennwett- und Lotteriegesetz) beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“ — also 5,3 % von dem, was nach Abzug der Steuer vom Einsatz übrig bleibt, mithin rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie ist Sache des Anbieters, nicht des Spielers. Ob und wie der Anbieter sie an den Spieler weitergibt, steht in seinen Bedingungen.

Die drei Modelle, mit denen Anbieter die Steuer handhaben

Manche Anbieter — etwa Sportingbet, ODDSET, Interwetten — schlagen die Steuer auf den Gewinn auf: Sie behalten 5 % vom Bruttogewinn (Einsatz × Quote) ein und zahlen den Rest aus. Beispiel: Aus 100 € Einsatz auf einer Quote von 2,00 werden 200 € Bruttogewinn; nach Abzug von 5 % (10 €) bleiben 190 € Auszahlung.

Andere Anbieter — etwa Winamax — werben mit „0 % Wettsteuer“, weil sie die Steuer aus eigener Tasche tragen. Hier wird der Bruttogewinn voll ausgezahlt (bei einer Quote von 2,00 und 100 € Einsatz also 200 €). Die Werbung verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen (Fußball, Tennis, Handball) vom 1. April 2025 bis 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Ob dies mit höheren Margen an anderer Stelle erkauft wird, sollten Spieler kritisch prüfen.

Interwetten wählt einen dritten Weg: Das Unternehmen trägt die Steuer selbst und nimmt stattdessen einen Quotenabschlag von 5,3 % vor. Aus 100 € Einsatz auf einer Quote von 2,00 ergibt das 200 × 0,947 = 189,40 € Auszahlung.

Was das alles für einen Heinz bedeutet: Bei 57 Linien und unterschiedlichen Modellen kumulieren die Effekte nicht — jede Linie wird für sich besteuert. Bei einem Heinz mit hohem Gewicht von Vollsiegern kann der Steuereffekt über die vielen Linien sichtbar werden.

Wie sich die Steuer im Gewinnfall auswirkt

Nehmen wir einen Spieler, der einen Sechser-Heinz auf 1 € pro Linie spielt und alle sechs Auswahlen treffen. Brutto-Auszahlung wäre das Produkt aus Sechser-Quote und 1 € Einsatz. Bei Quoten von 2,00, 2,00, 2,00, 2,00, 2,00, 2,00 wäre die Sechser-Quote 64, der Sechser brächte 64 € allein für diese Linie; die anderen 56 Linien addieren ein Vielfaches dazu. Liegt die Brutto-Gesamtauszahlung bei — illustrativ — 3.000 €, zieht ODDSET 5 % = 150 € ab, ausgezahlt werden 2.850 €.

Diese Rechnung zeigt nicht, was jede Linie einzeln kostet; sie zeigt das Modell. Wer eine konkrete Wette plant, sollte die Bedingungen seines Anbieters lesen und selbst rechnen — oder den Wettrechner fragen, der die meisten Anbieter im Wettschein hinterlegt haben.

Warum die Marge in den Quoten wichtiger ist als die Wettsteuer

Die Wettsteuer ist eine erkennbare Größe. Die Marge des Anbieters, die in jeder einzelnen Quote drinsteckt, ist es nicht. Bei einem durchschnittlichen Fußball-1X2-Markt mit drei Quoten (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) liegt der Auszahlungsschlüssel oft bei 94–96 % — der Anbieter behält 4–6 % der Einsätze. Bei Spezialmärkten mit vielen Auswahlen (Torschützen, Halbzeit/Endstand, genaue Ergebnisse) kann der Schlüssel auf 80 % oder weniger sinken. Wer viele dieser Märkte in einen Heinz packt, gibt über jede Linie einen Teil an den Anbieter ab, ohne dass es auf dem Wettschein auffällt.

Die Wettsteuer ist 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage (etwa 5,03 % des Einsatzes). Die Marge ist ein Bruchteil der Quote, nicht des Einsatzes; sie ist in jedem Markt anders. Beide Effekte schmälern die Auszahlung, aber keiner ist auf dem Wettschein ausgewiesen — sie sind in den Zahlen versteckt.

Was eine Heinz-Wette rechnerisch für ein 1-€-Beispiel bringt

Diese Rechnung veranschaulicht das Prinzip. Sie nimmt illustrative Quoten und ist kein echtes Angebot.

Drei Auswahlen: Quote 1,50, Quote 2,00, Quote 2,50. Einsatz pro Linie 1 €. Eine einzelne Dreier-Kombiwette zahlt 1,50 × 2,00 × 2,50 = 7,50 € pro eingesetztem Euro. Brutto-Auszahlung: 7,50 €. Netto-Gewinn vor Wettsteuer: 6,50 €.

Erweitert auf sechs Auswahlen ähnlicher Quotenlage, ergibt sich auf einer typischen Linie eine Auszahlung im niedrigen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich; die Sechser-Linie im Volltreffer liegt je nach Quotenbild im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. Über alle 57 Linien liegt die Gesamtbrutto-Auszahlung bei einem Volltreffer höher als die Summe der Einsätze — aber die Wettsteuer und die Marge in jeder Quote schneiden mit.

Die Rechnung gilt für ein 1-€-Beispiel; höhere Einsätze pro Linie skalieren alle Beträge linear. Wer 2 € pro Linie setzt, zahlt 114 € Einsatz, hat aber auch auf jeder gewonnenen Linie die doppelte Auszahlung. Der prozentuale Effekt von Steuer und Marge bleibt identisch.

Diese Mechanik ist nicht an einen Anbieter gebunden — sie gilt für jeden Heinz auf jedem Markt. Welche Quoten ein konkreter Anbieter in einem konkreten Spiel hat, steht nur in seinem Wettprogramm.

Die lizenzierten Anbieter im Überblick

Marke GGL-Whitelist-Status Erlaubnis Sportwetten seit
LeoVegas Erlaubte Sportwettendomain, Halter LVSports Limited 21.10.2024
NEO.bet Erlaubte Sportwettendomain, Halter Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Sportingbet Erlaubte Sportwettendomain, Halter Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betway Erlaubte Sportwettendomain, Halter Betway Limited 09.03.2021
ODDSET Erlaubte Sportwettendomain, Halter Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020
bet-at-home Erlaubte Sportwettendomain, Halter Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Sportwetten.de Erlaubte Sportwettendomain, Halter NetX Betting Limited 19.11.2020
Bet3000 Erlaubte Sportwettendomain, Halter I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Tiptorro Erlaubte Sportwettendomain, Halter Torro Tec Limited 30.06.2021
Interwetten Erlaubte Sportwettendomain, Halter Interwetten Gaming Limited 02.11.2020

Die Tabelle zeigt nur, was die Whitelist trägt: den Status und das Datum der Ersterlaubnis. Was ein Anbieter an Wettformen, Quoten oder Bonusbedingungen hat, steht in seinem Wettprogramm und seinen AGB — nicht in der Whitelist.

LeoVegas (Leovegas.de)

LeoVegas steht seit dem 21.10.2024 auf der Whitelist der GGL mit einer Sportwettenerlaubnis, gehalten von der LVSports Limited. Eine Casino-Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht zusätzlich seit dem 27.02.2023 — was nichts über das Sportwettenangebot aussagt. Eine Heinz-Wette ist im Wettschein verfügbar, wenn das Wettprogramm sie im Systemformat anbietet; die Frage ist, ob LeoVegas den Heinz als festen Wettschein-Typ oder nur als „System 2/6, 3/6 …“ führt. Lizenz allein entscheidet nicht über die Vollständigkeit des Wettprogramms.

Der Anbieter ist seit wenigen Jahren auf dem deutschen Markt, was sich in der Lizenznummer und dem Datum der Ersterlaubnis spiegelt. Wer einen Anbieter mit langer Whitelist-Geschichte sucht, ist bei LeoVegas nicht optimal aufgehoben.

NEO.bet

NEO.bet gehört zu Greenvest Betting Limited und trägt eine deutsche Sportwettenerlaubnis seit dem 09.10.2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Die App wirbt mit Live-Quoten, Live-Wetten, Cashout und Teil-Cashout — was auf einen funktionsreichen Wettschein hindeutet. Cashout ist bei Systemwetten eine eigene Frage: Bei NEO.bet ist Cashout im Funktionsumfang, die Frage ist die konkrete Verfügbarkeit auf Heinz-Scheinen.

Sportingbet (Sportingbet.de)

Sportingbet wird von der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt, mit Ersterlaubnis vom 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Die Wettregeln nennen eine „5 % des Wetteinsatzes“-Regelung nach § 17 Rennwett- und Lotteriegesetz und führen aus, dass bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns vom Gewinn einbehalten werden. Der Höchstgewinn pro Sportwette liegt laut AGB bei 100.000 €; binnen sieben Tagen gilt eine Obergrenze von 250.000 € Nettogewinn. Cash Out ist bei Sportingbet nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten — und nicht bei Wetten, die als FreeBet abgeschlossen wurden.

Wichtig für Heinz-Spieler: Cash Out ist auf einem Heinz-Schein ausgeschlossen. Wer eine laufende Heinz-Wette vorzeitig absichern will, kann das bei Sportingbet nicht.

Betway (Betway.de)

Betway Limited ist Halter der deutschen Erlaubnis seit dem 09.03.2021 mit Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Die App zeigt einen „Wettkonfigurator“ für Fußballspiele und einen „Konfigurator+“, der Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert. Der Cashout beim Betway-Schein erscheint als grünes Symbol unter „Meine Wetten“; ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Für Heinz-Spieler ist entscheidend, ob die App Heinz-Scheine unterstützt — was bei den meisten Whitelist-Anbietern der Fall ist, aber im Einzelfall geprüft werden muss.

ODDSET (Oddset.de)

ODDSET (Ersterlaubnis 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022) erhebt gemäß AGB einen „Quotenabschlag“ von 5 % auf den Bruttogewinn gewonnener Wetten. Dies entspricht dem bereits erwähnten Modell: Aus 100 € Einsatz auf einer Quote von 2,00 werden 190 € ausgezahlt. Was das für einen Heinz bedeutet, hängt von der genauen Definition des „Bruttogewinns“ ab — bei einem Systemwettschein kann er die Summe aller gewonnenen Linien sein oder nur die Auszahlung einer ausgewählten Linie.

bet-at-home (Bet-at-home.de)

Bet-at-home.com Internet Limited führt die Erlaubnis seit dem 02.11.2020 mit Folgeerlaubnis vom 22.12.2022; eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht zusätzlich seit dem 28.12.2022. Der Anbieter gehört zu den frühen Whitelist-Einträgen und teilt das Profil vieler anderer Anbieter im europäischen Raum. Was die AGB an Wettformaten erlauben, steht in den Bedingungen; ob der Heinz im Wettschein verfügbar ist, hängt von der konkreten Implementierung ab.

Sportwetten.de

NetX Betting Limited trägt die Erlaubnis seit dem 19.11.2020 (Folgeerlaubnis 16.12.2022). Der Willkommensbonus verlangt eine 1-fache Umsetzung der Einzahlung und eine 6-fache Umsetzung des Bonusbetrags auf Sportwetten mit einer Mindestgesamtquote von 2,00 pro Wettschein — bei 100 € Einzahlung und 100 € Bonus ergibt das einen Gesamtumsatz von 700 €. Wer mit dem Bonus spielt, sollte wissen: Systemwetten mit niedriger Durchschnittsquote pro Wettschein werden unter der 2,00-Mindestquote nicht gezählt. Ein Heinz mit lauter Favoriten-Auswahlen kann daran scheitern, dass kein einziger Wettschein die 2,00 erreicht.

Bet3000 (Bet3000.de)

I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, führt die Whitelist-Erlaubnis mit Erstdatum 22.04.2026 — was Bet3000 zum jüngsten Eintrag in dieser Übersicht macht. Eine Erlaubnis zur Folge gibt es noch nicht. Bei einem Anbieter, dessen Erlaubnis erst wenige Monate alt ist, lohnt sich ein Blick auf die konkrete Wettprogramm-Tiefe und auf die Frage, ob Heinz-Scheine im Wettschein angeboten werden.

Tiptorro (Tiptorro.de)

Torro Tec Limited ist Halter, mit Ersterlaubnis vom 30.06.2021 und Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Die App nennt explizit Einzel-, Kombinations-, Mehrweg- und Systemwetten als Wettformen und bietet Cashout und Teil-Cashout für offene Tickets an. Tiptorro macht die Heinz-Verfügbarkeit transparent — was nicht jeder Anbieter tut. Dass Cashout auch auf Systemwetten möglich ist, hebt den Anbieter von Sportingbet ab, wo Systemwetten ausgeschlossen sind.

Interwetten (Interwetten.de)

Interwetten Gaming Limited führt die Erlaubnis seit dem 02.11.2020 mit Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Die AGB (Version 1.1, Stand 07.07.2021) halten fest, dass Interwetten die Wettsteuer selbst trägt und einen Quotenabschlag von 5,3 % auf Wetten vornimmt — was das Werben mit „steuerfreien Wetten“ bei anderen Anbietern in einem anderen Licht erscheinen lässt. Wer einen Quotenvergleich macht, sollte die effektive Auszahlung prüfen: 5,3 % vom Bruttogewinn sind mehr als die 5,03 %, die sich aus 5,3 / 105,3 ergeben — und der Effekt ist über 57 Linien sichtbar.

Welche Wahl für welchen Spielertyp

Wer einen Heinz als festes Wettformat im Programm sucht, sollte Anbieter vergleichen, die das im Wettschein explizit anbieten — Tiptorro und Sportingbet zum Beispiel. Wer bei der Steuer sparen will, findet mit Winamax einen Anbieter, der auf die Weiterleitung verzichtet; wer den verbreiteten „Quotenabschlag“-Weg akzeptiert, wird bei ODDSET und Sportingbet fündig.

Wer Cashout auch auf Systemwetten nutzt, hat bei Tiptorro einen Vorteil gegenüber Anbietern, die Cashout auf Systeme ausschließen. Wer einen deutschen Halter mit langer Whitelist-Geschichte sucht, ist bei den meisten Marken gut aufgehoben — wobei die Historie allein nichts über die konkrete Wettprogramm-Qualität sagt.

Wer mit höheren Einsätzen pro Linie spielt, sollte das eigene Monatslimit im Auge behalten — die 1.000-€-Obergrenze der LUGAS Limitdatei gilt übergreifend über alle Anbieter.

Häufige Fragen

Was genau ist eine Heinz-Wette, und woher stammt der Name?

Eine Heinz-Wette bündelt sechs Einzelauswahlen zu allen möglichen Mehrfachwetten ab dem Doppel: 15 Zweier, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser, also 57 Linien. Der Name kommt vom Werbeslogan „57 varieties“ des US-Konzerns Heinz aus den 1890er-Jahren, der für die Vielfalt der Kombinationen übernommen wurde. Jede Linie wird einzeln abgerechnet; nur Gewinnlinien werden ausgezahlt, der Einsatz auf den übrigen verfällt.

Wie unterscheidet sich der Super Heinz vom Heinz?

Der Super Heinz verwendet sieben Auswahlen statt sechs. Dadurch ergeben sich nicht 57, sondern 120 Linien: 21 Doppel, 35 Dreier, 35 Vierer, 21 Fünfer, 7 Sechser und 1 Siebener. Der Mechanismus ist identisch — vollständige Mehrfachwetten ab dem Doppel —, nur die Linienzahl und damit der Gesamteinsatz sind höher.

Wie viele Treffer braucht es, damit der Heinz überhaupt etwas zurückzahlt?

Eine Linie gewinnt, sobald alle Auswahlen auf ihr getroffen wurden. Schon ein einzelnes getroffenes Doppel kann einen Teil des Linieneinsatzes zurückholen, wenn beide Quoten hoch genug liegen — die Frage hängt also vom Quotenbild ab, nicht von einer festen Trefferzahl. Wer zwei Auswahlen zu kleinen Quisen trifft, kann das Minus haben; wer zwei Auswahlen zu Quoten über 6,00 trifft, kommt in den Gewinn. Eine Garantie für eine Mindestzahl an Treffern gibt es nicht.

Wie berechnet der Wettrechner den Gesamteinsatz eines Heinz?

Der Wettrechner multipliziert den Einsatz pro Linie mit der Anzahl der Linien. Für einen klassischen Heinz sind das 57 Linien, also Einsatz × 57. Bei 1 € pro Linie sind es 57 €; bei 50 Cent sind es 28,50 €. Der Wettrechner zeigt auch die Brutto-Auszahlung pro Linie bei aktuellem Quotenbild; die Wettsteuer und der Quotenabschlag des Anbieters werden hinterher auf den Gewinn angewendet.

Wie wirkt sich die Wettsteuer von 5,3 % auf den Gewinn aus — und wie gehen Anbieter damit um?

Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer“, also rund 5,03 % des Einsatzes; sie ist Sache des Anbieters. Manche Anbieter — etwa Sportingbet, ODDSET — behalten 5 % vom Bruttogewinn ein, andere tragen die Steuer selbst und nehmen einen Quotenabschlag (Interwetten: 5,3 %), wieder andere tragen sie vollständig selbst (Winamax). Welches Modell greift, hängt vom Anbieter ab und steht in seinen Bedingungen — ein Blick dort zeigt, was am Ende wirklich ausgezahlt wird.

Woran erkenne ich, ob ein Anbieter für Heinz-Wetten auf der GGL-Whitelist steht?

Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) listet jeden erlaubten Anbieter mit Domain, Halter und Datum der Ersterlaubnis. Eine Heinz-Wette als Wettform ist dort nicht eigens ausgewiesen — die Whitelist prüft die Erlaubnis zur Sportwette allgemein, gleich ob Einzel-, Kombi- oder Systemwette. Wer auf der Whitelist steht, darf auch Heinz-Wetten anbieten; ob er es im Wettschein tatsächlich anbietet, steht im Wettprogramm des Anbieters.

Inhalt erstellt vom Team «fussballwetteninfo.com»